Vom 16.06. bis zum 20.06.25 sind wir – 22 Schüler*innen der HBG verschiedener Klassenstufen – in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald gefahren.
Buchenwald war von 1937 bis 1945 ein Konzentrationslager, in dem über 277.000 Personen aus verschiedenen Gründen von den Nationalsozialisten inhaftiert waren und 56.000 Menschen starben – darunter politische Häftlinge, Homosexuelle, sogenannte Kriminelle, Sinti und Roma sowie Juden.
Dafür trafen wir uns am Montag frühmorgens am Bergbaumuseum, um mit dem Bus in Richtung Buchenwald zu fahren. Dort angekommen, erwartete uns ein sehr facettenreiches Programm.
Wir hatten die Möglichkeit, den Ort selbstständig zu erkunden, wurden aber auch durch die Gedenkstätte geführt. Dabei konnten wir jederzeit Fragen stellen. Außerdem hatten wir immer wieder die Gelegenheit, das Erlebte und Gelernte kreativ zu verarbeiten – was viele auch genutzt haben – oder uns über die Woche hinweg intensiv mit Themen rund um Buchenwald zu beschäftigen, die uns besonders interessierten.
Wir konnten auch dabei helfen, einen Gedenkweg entlang der Buchenwaldbahn begehbar und sauber zu halten und ihn mitzugestalten, indem einige von uns einen Gedenkstein für eines der 2000 aus Buchenwald in den Tod deportierten oder dort verstorbenen Kinder meißeln durften.
An einem Tag unternahmen wir einen Ausflug nach Weimar, was viel mit dem Konzentrationslager zu tun hatte, da die Häftlinge als Zwangsarbeiter dort sehr präsent waren. Das Lager wäre ohne die Nutzung der Infrastruktur in Weimar – wie z. B. dem Bahnhof – nicht möglich gewesen. In Weimar besuchten wir ein Museum zur Zwangsarbeit, konnten danach aber auch viel Freizeit nutzen, um uns die Stadt von Goethe und Schiller anzuschauen.
Durch die Studienfahrt hatten wir die Möglichkeit, persönlich einen authentischen Ort zu besuchen, der Teil eines der größten Verbrechen an der Menschenwürde war. Den Ort zu besuchen ist etwas, das man in keiner Doku sehen und in keinem Buch nachlesen kann. Wir sind alle – unabhängig vom Vorwissen – mit deutlich mehr Wissen aus dieser intensiven Woche zurückgekehrt.
Auch wenn wir oft feststellen mussten, dass wir uns das Ausmaß an Leid und Tod, das in Buchenwald und anderen Konzentrationslagern herrschte, nicht vorstellen konnten, hat uns dieser Ort gezeigt, wie wichtig es ist, sich dafür einzusetzen, dass so etwas wie in Buchenwald oder an ähnlichen Orten nie wieder passiert.
Denn der Ort zeigt auch die Ambivalenz menschlichen Handelns. Wir alle haben Handlungsspielräume – und Buchenwald zeigt, dass ein solcher Ort nur entstehen kann, wenn Menschen sich bewusst dazu entscheiden, solche Gewalt auszuüben, zu befürworten, zu tolerieren oder zuzulassen.
Ein besonderer Dank gilt unseren großzügigen Sponsoren, die diese Studienfahrt erst möglich gemacht haben. Ihre Unterstützung hat nicht nur unsere Reise, sondern auch die damit verbundenen Erfahrungen und Erkenntnisse bereichert!
Wie bei vergangenen Fahrten haben wir auch dieses Mal unsere Eindrücke und Erlebnisse ausführlich auf unserer externen Homepage www.studienfahrtenboell.de dokumentiert – ein Blick lohnt sich!
Lina Jasmin Stude, Q1













