Vorbereitungen und die erste Hörprobe in Apeldoorn
„Jetzt müssen wir aber langsam mal anfangen“, scherze ich nach den Herbstferien 2023 und meine es aber ganz ernst mit dem Musik-Leistungskurs 2023/2024, der knapp ein halbes Jahr später in den Genuss kommen wird, die eigenen Kompositionen live vom Orchester „de ereprijs“ aus Apeldoorn präsentiert zu bekommen. Die 13 Schüler:Innen beginnen, Ideen zu sammeln, Inspirationen zu suchen, sich auszutauschen und Konzepte zu entwerfen. „Spiel‘ doch vielleicht einfach einen Ton, einen Akkord oder eine Tonleiter und schau, ob es dir gefällt“, rate ich auf die Frage, wie man denn anfangen könne. Und aus diesen scheinbar einfachen, kleinen Bausteinen erschaffen die Schüler:Innen nach und nach etwas ganz Großes: ihre erste, eigene Komposition. Ein Werk, das sie für ein Orchester schreiben, zu dem 14 Musiker:Innen gehören, die verschiedenste Instrumente spielen, – Blasinstrumente, E-Gitarre, E-Bass, Klavier und jede Menge Percussion-Instrumente. Die Schüler:Innen sind gespannt, wie das, was sie sich überlegt und über ein Notationsprogramm eingegeben haben, live klingen wird.
Am 16. März fährt der Kurs dann früh morgens nach Apeldoorn zum Probenraum des Orchesters „de ereprijs“. Klingen die Stücke so wie gedacht? Oft ja, nicht immer – deshalb kann jede/r der Schüler:Innen Änderungen vorschlagen und erklären, welchen Ausdruck das eigene Werk haben soll.
Die Uraufführung
Am 13. April ist es dann so weit: Die Uraufführung der dreizehn Kompositionen beginnt. Die Aula an der Agnesstraße ist sehr gut besucht, denn alle sind genauso gespannt wie die Schüler:Innen und fiebern mit. Das Orchester beginnt mit einem eigenen Stück, bevor dann nach und nach die Werke der Schüler:Innen erklingen. Die erste Hälfte des Konzerts beginnt mit der Komposition „Scheiße in a-Moll“ von Adriano, die überhaupt nicht „scheiße“ wunderbar in A-Dur endet, dann folgt „Bataklik“ von Erva, die musikalisch eine Sumpflandschaft in ihrer Vielfalt darstellt, gefolgt von Lara Rahms „Lösbar“, die ihre Erfahrungen mit dem Komponieren involviert und Disharmonien in Harmonien auflöst. Als nächstes wird „L8!“ von Jonas Fehr gespielt, das einfach gute Laune macht, dann folgt „Traum der kleinen Maus Braut“ von Julia Grzeganek, was in kleinerer Besetzung mit Glockenspiel ein schönes Bild einer kleinen Maus kreieren kann, gefolgt vom Stück „Ideenstrom“ von Karina Heider, welches die Trompete als Instrument in den Vordergrund stellt. Den Abschluss vor der Pause macht das Werk „Daydreams“ von Mirco Köhler, das eindrucksvoll mit Glockengeläut und einem Gitarrensolo in einen beginnenden Tag entführt, der ebenso wieder ausklingt. Dann geht es weiter mit „Vielleicht“ von Hannah Adler, das sanfte, harmonische Klänge enthält, darauf folgt Samira Yahayahs „The process of composing“, ein rhythmisch abwechslungsreiches Stück, das die kleinen Schwierigkeiten, aber auch den Spaß an der Musik zeigt. „Corvus“ von Merriell Woods zeigt musikalisch das Sternbild des Raben und „Rave against fascism“ von Jule Holzapfel demonstriert, dass Musik auch ein ganz persönliches Statement setzen kann. Am Ende wird es emotional: Milena Wehmeier widmet ihr Stück „Weiße Flügel“ ihrem Großvater und Simon Solenski setzt sich und seinen Erinnerungen an die Familie Eggers mit seinem gleichnamigen Werk „Eggers“ ein beeindruckendes, musikalisches Denkmal.
Maria Schneider
Auszeichnung für das Kompositionsprojekt
Eine besondere Ehre wurde den Schülerinnen und Schülern unserer Schule im Rahmen der diesjährigen Europawochen zuteil: Der Musik-Leistungskurs durfte am 01. Juni das Europabanner mitsamt einer Auszeichnung für 25 Jahre Zusammenarbeit mit dem niederländischen Orchester „de ereprijs“ entgegennehmen. Überreicht wurde das Banner von der Europa-Union Bochum, die sich bundesweit für die europäische Einigung einsetzt. Mit den Schüler:Innen vor Ort waren Frau Schneider, Schulleiter Herr Reichstein und Frau Landwehr, die das Projekt zusammen mit Jupp Roskam seit den Anfängen 1998 begleitet hat.
Maria Schneider










