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Our school


- Die Backstreet Bölls im Konzerthaus Dortmund am 12.01.2024

„Kannst du dir vorstellen, dass wir als Schulband an einem Gitarren-Workshop teilnehmen?“
Genau das war die Frage, die Herr Stork mir auf einer Autofahrt stellte, als wir planten einen Gitarrenverstärker für eine Schulaufführung zu holen. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste? Wovon er sprach, war nicht einfach nur ein 0815-Workshop, wo einem erklärt wird, wie man neue Saiten aufzieht oder wie das Griffbrett eingeölt wird. Nein, er sprach von einer einmaligen Möglichkeit, ins persönliche Gespräch mit einem fantastischen und vielmals ausgezeichneten Gitarristen namens Sean Shibe zu kommen. Dies wurde mir allerdings erst ungefähr eine Woche vorher bewusst, naja, besser spät als nie, sage ich immer.

Ob das die Band ähnlich sah? Das weiß ich bis heute nicht; was ich weiß, ist, dass die einzige Probe, die wir davor hatten, etwas, nun ja, holprig verlief. Das Schlagzeug war nicht da und der Schlagzeuger irgendwann auch nicht mehr. Es fehlten Kabel, das Keyboard und ein Verstärker. Zu dem Zeitpunkt hatte ich vor allem den Wunsch, dass wir uns dort eventuell nicht komplett blamieren, wenn wir uns nochmal alle ordentlich zusammenreißen würden.

Einige Tage später war es dann so weit: Die finale Besetzung, mit der wir dann nach Dortmund fuhren, sollte aus Gabriel, Mirco, Simon und mir bestehen. Wer die „Backstreet Bölls“ kennt, wird sich jetzt schon denken, dass dies für uns eine sehr abgespeckte Besetzung ist. Also stiegen wir in Mircos Auto ein und fuhren gemächlich und natürlich ohne Todesängste durch Mircos Fahrstil nach Dortmund. Nichts einfacher als das. Dort angekommen standen wir erstmal 10 Minuten vor verschlossener Tür und wurden schließlich mit der Nachricht begrüßt, dass Sean Shibe, der Gitarrist, wohl erst später kommt, da sein Reisebus im Stau steht. Ob es da einen Zusammenhang mit unserer Anfahrt gibt?

Nichtsdestotrotz sollte unser Workshop stattfinden, was sich dann so äußerte, dass wir einfach nur als Band unsere Songs noch einmal durchspielten. Zumindest dachten wir das. Was wir nicht erahnen konnten, war, dass Sebastian Heindl, ein fantastischer Organist, der mit seinen jungen 27 Jahren bereits Unglaubliches erreicht hat, in dem Moment hörte, dass wir im Moment keine Workshopleitung hatten. Also stand plötzlich die Idee im Raum, dass Sebastian Heindl sich ein bis zwei Songs von uns anschaut und plant bei uns mitzumachen. Gesagt, getan. Einige Minuten später saßen wir wieder in dem improvisierten Bandraum und überlegten, in welchem Ausmaß wir dieses Angebot annehmen könnten. Da wir sowieso planten, nur zwei Songs vorzustellen, haben wir uns dafür entschieden, ihm bei „Boulevard Of Broken Dreams“ von Green Day Freiheiten zu geben. Doch noch bevor wir alles durchgesprochen haben, kam überraschenderweise doch noch Sean Shibe durch die Tür mit einer Banane in der Hand.

Man hört ja sehr oft, dass man nicht erwarten soll, dass die großen Künstler so sind, wie man sich sie privat vorstellt, und es stimmt. Nur dass Sean Shibe in Wirklichkeit so ein süßer und lieber Mensch war, dass ich es mir vorher so nie hätte vorstellen können. Nach einiger Zeit, in der wir unsere Songs vorgespielt und uns Verbesserungsvorschläge von Sean Shibe eingeholt hatten, er den Verstärker mit Mühe eingestellt hatte, einige von uns mit ähnlicher Mühe ihre Englischkünste abgerufen und wir mit Sebastian Heindl über seine Mitarbeit gesprochen hatten, ging es dann endlich in den großen Saal.

Habe ich schon erwähnt, dass wir unsere Songs dann auch im großen Saal aufführen sollten? Wenn nicht, habe ich es jetzt getan. Also hieß es jetzt: Soundcheck, finale Probe, Sebastian Heindl erklären, was wir uns vorstellen und nochmal alles zusammenraffen, was wir bieten können. Wenige Minuten später, wir waren kurz vor die Tür gegangen, kam schon die Nachricht, dass es los geht und auf uns gewartet wird. Unsere Essens- und Trinkpause hatten wir also verpasst. So gingen wir zurück in den Saal und schauten uns die Auftritte der Ensembles an, die vor uns dran waren.

Als es dann endlich so weit war, eilten wir auf die Bühne, um alles aufzubauen, während Sean Shibe etwas über uns am Mikro erzählt hat, jedoch weiß bis heute niemand, was er gesagt hat, weil man es auf der Bühne nicht gehört hat. Doof. Das hat uns jedoch nicht daran gehindert mit unserem ersten Song, „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers, zu starten. Alles lief gut, aus unserer Sicht, so gut wie noch nie. Während wir unseren Applaus bekamen, sahen wir schon Sebastian Heindl auf die Orgel zugehen und ich wurde etwas nervös. Ein großes Problem mit der Orgel ist nämlich die Verzögerung zwischen Eingabe ins Instrument und Wiedergabe in der Halle. Simon zählte ein, ich spielte den ersten Akkord und Sebastian Heindl fing an. Alles lief gut; trotz viel Verwirrung in seinem Orgelsolo, wo keiner aus der Band noch wirklich wusste, wo wir eigentlich waren, improvisierten wir einfach, bis Sebastian das Signal gab, dass es weiter geht. Es ging weiter. Und so spielten wir den Song zu Ende, eine Erfahrung, die ich so nie erwartet hatte. Während der Abbau in vollem Gange war, sprach ich noch mit Sebastian über alles Mögliche und ich sah im Hintergrund Sean Shibe die 28. Banane des Abends essen.

Und so sollte der Abend auch enden. Nach einem guten Essen in einem fragwürdigen Lokal fuhren wir schließlich zurück nach Bochum und jeder ließ den Abend auf seine Weise ausklingen. Übrigens, wir hatten durch den Auftritt an dem Tag auch etwas kürzer Unterricht. Doch das ist nicht der Grund in die Band zu kommen (wir suchen für nächstes Jahr neue Mitglieder…); der beste Grund ist, solche Erfahrungen wie bei diesem Workshop machen zu dürfen!

Adriano Bochhammer

 

 

 

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