Abenteuer Komposition – Q2 Musik-LK
Nach bereits einem erfolgreichen Jahr im Musik-LK ging es auf zu neuem Ufer: dem Beginn des Kompositionsprojektes mit der ersten Fahrt nach Apeldoorn.
Hier sollten die Schülerinnen und Schüler zunächst das Orchester De ereprijs kennenlernen, welches ein halbes Jahr später die eigens komponierten Stücke aufführen sollte. Die ersten Ideen bereits im Kopf und jede Menge Fragen im Gepäck, machte sich der LK auf ins Abenteuer Komposition.
In Apeldoorn angekommen, fanden sich alle in einem kleinen Konzertsaal ein, in dem das Orchester ein Konzert mit mehreren modernen Stücken gab, über die vorbereitend ein Vortrag gehalten wurde. Die zukünftigen Komponistinnen und Komponisten machten sich Gedanken und überlegten, welche der sehr vielfältigen musikalischen Bestandteile der Stücke sie in ihrer Komposition verwenden könnten. Zu den ersten Ideen der Komposition kam eine konkrete Vorstellung des Klanges des Orchesters, begleitet von tausenden Möglichkeiten melodische Themen umzusetzen.
Darauf folgend wurde eine niederländische Komponistin interviewt, die jedem Einzelnen auf inspirierende Art und Weise den Sinn des Komponierens vor Augen führte, indem sie den Weg des Komponierens eingehend beschrieb. Die Freude, die sie dabei vermittelte, lässt sich zusammenfassend in dem Satz „there is no way to live my life better“ ausdrücken, mit dem sie ihren eigenen Weg als Komponistin beschrieb. Sie schlug vor, sich zunächst einen ruhigen Ort zu suchen, um sich dann auf das fokussieren zu können, was man ausdrücken möchte. Hatte man schließlich etwas mit Bedeutung komponiert, so sollte man daran festhalten und sich auf eben dies konzentrieren. Sie gab den Schülerinnen und Schülern mit, dass man zunächst Zuhörer war und dann erst Komponistin oder Komponist. Diese Erkenntnis machte die Schülerinnen und Schüler, da sie in der nächsten Zeit zu Komponistinnen und Komponisten werden würden, mehr denn je zu Lehrlingen der Musik, sollten sie nun von Zuhörenden zu Schaffenden werden.
Fest entschlossen dies umzusetzen, wurde das Orchester nach der Veranstaltung mit Fragen überschüttet, um möglichst viel über die eigenen kompositorischen Möglichkeiten in Erfahrung zu bringen. Geduldig führten die Musikerinnen und Musiker den Jugendlichen die Klangmöglichkeiten der Instrumente vor. Voller Tatendrang und neuer Erkenntnisse ging es schließlich zurück nach Bochum.
Der Startknopf war gedrückt, immer mehr schlich sich das Kompositionsprojekt nun auch in die Musikstunden des LKs, von denen nun einige geopfert wurden, um an den Kompositionen zu arbeiten. Auch Freistunden wurden immer häufiger genutzt. So begann sich in den Köpfen langsam eine genauere Vorstellung von einem eigenen Stück zu entwickeln. Trotz einiger Komplikationen mit dem Programm Sibelius, das die Komponistinnen und Komponisten vor zahlreiche Fragen stellte, und obwohl trotz allem immer wieder Zweifel aufkamen, ob man dem gewachsen war, erkannte man doch endlich, geschafft zu haben, was zuvor wie eine Unmöglichkeit schien. Nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung, Motivation und Inspiration von Frau Marr und Frau Landwehr, begannen die Schülerinnen und Schüler langsam aber sicher an sich und ihr Vermögen zu glauben!
Nach Wochen des Zweifelns, Neuerfindens, Entwerfens und Komponierens war es dann so weit, alle hatten ihr eigenes Stück komponiert und beschlossen, es war bereit, um vom Orchester De Ereprijs gespielt zu werden. Nach einem letzten Schliff in Dynamik und Tempo wurden die Kompositionen nun nach Holland geschickt, dort sollten die Komponistinnen und Komponisten sie eine Woche später das erste Mal live hören können. Aufgeregt, was aus den eigenen Stücken geworden war, traf der LK im Probenraum des Orchesters De Ereprijs ein. Innerhalb von drei Stunden wurde nun jedes Stück vorgespielt, während seine Komponistin oder sein Komponist in der ersten Reihe saß und letzte kleine Änderungen an der Komposition vornehmen konnte. Gespannt was jede und jeder Einzelne von ihnen geschaffen hatte, lauschten alle der Musik. Das Kompositionskonzert rückte immer näher und die Spannung stieg. Alles vorbereitet, Beschreibungen der Stücke geschrieben, kam endlich der Tag, auf den alle ein halbes Jahr lang hingearbeitet hatten.
Das Kompositionskonzert bildete den gelungenen Abschluss einer Zeit voller neuer Erfahrungen, in der ein mancher über sich selbst hinaus gewachsen war. Voller Stolz auf sich und einander, stellten die Schülerinnen und Schüler, die sich nun Komponistinnen und Komponisten nennen konnten, die Kompositionen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler vor und lauschten mit dem Publikum gespannt der Musik.
Meret Stühmer, Q2

















